Bioenergie zur Sicherung der heimischen Energieversorgung

Wie der kalte Winter 2016/17 eindrucksvoll gezeigt hat, liefert die Nutzung von Energieholz einen unverzichtbaren Beitrag um die heimische Versorgung an erneuerbarer und klimafreundlicher Energie sicherzustellen.

Gemäß Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) war der vergangene Winter 2016/17 und insbesondere der Monat Jänner einer der kältesten der letzten 30 Jahre.

Um den witterungsbedingt wachsenden Strombedarf zu decken stieg die fossile Stromerzeugung in Österreich stark an. Nach Daten der E-Control erfolgte rund 50% der Brutto-Stromerzeugung im Jänner 2017 in Wärmekraftwerken, welche zu einem großen Teil mit fossilen Energieträgern (und entsprechenden, fossilen CO2-Emissionen) betrieben werden. Die gesamte inländische Brutto-Stromerzeugung betrug im Jänner 2017 rund 6.480 GWh und lag damit deutlich über dem Wert des Vorjahres (01/2016: 4.987 GWh). Aufgrund niedriger Pegelstände lieferten Laufkraftwerke im Jänner 2017 nur rund 1.139 GWh Strom, während diese im Sommer beinahe dreimal so viel zur inländischen Erzeugung beitragen können.

Alleine im Jänner 2017 wurden 1.560 GWh Strom aus Deutschland importiert, 1.134 GWh aus der Tschechischen Republik. Dabei überstieg die Summe aller physikalischen Importe jene der Exporte um mehr als 1.100 GWh.

Vor diesem Hintergrund ist die konstante, inländische Erzeugung von elektrischer Energie aus erneuerbaren Energieträgern besonders wichtig. Gerade die Biomasse hat den Vorteil, dass in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zuverlässig konstante Mengen an elektrischer Energie und Wärme produziert werden können. So zeigen Daten der E-Control zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren, dass die Bioenergie auch im Gegensatz zur Windkraft und Wasserkraft (Laufkraftwerke) im Jahresverlauf nur sehr geringe Schwankungen aufweist.

Der wichtigste Sektor der Bioenergie ist aber nach wie vor der Wärmesektor. Innerhalb der Bioenergie ist die Nutzung von Energieholz in einem so waldreichen Land wie Österreich naheliegender Weise am bedeutendsten. So zeigt die Energiebilanz der Statistik Austria (Daten 2015), dass mehr als die Hälfte der erneuerbaren Wärme auf Energieholz (exkl. Lauge) zurückzuführen ist (26.044 GWh). Insbesondere die Nutzung von Brennholz ist mit mehr als 16.000 GWh eine entscheidende Säule der erneuerbaren Wärmeversorgung. Zusätzlich wurden 9.224 GWh Energieholz (exkl. Lauge) in der Fernwärme eingesetzt.

Anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass die Nutzung von Energieholz zur Strom- und Wärmeproduktion in Österreich einen sehr großen Stellenwert hat und die heimische Versorgung mit erneuerbarer und klimafreundlicher Energie sichert. Weitere Informationen zu den energetischen Nutzungspfaden von Holzsortimenten in der Österreichischen Volkswirtschaft liefert das Sankey-Diagramm „Holzströme in Österreich“.

Zur Verbesserung der Markttransparenz bietet das Programm energieholz darüber hinaus Kurzberichte, sog. „Marktinformationen“, zu den Themen Energiebilanz, Holzeinschlag, Preisentwicklung, Import-Export, Biomasseheizungen sowie Industrien der Holzverarbeitung an.

(Quelle: www.klimaaktiv.at)